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13. Jahrgang (2010) - Ausgabe 8 (August) - ISSN 1619-2389
Ein "Spin-Off" der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
Krisennavigator
Mit freundlicher Unterstützung
der Deutschen Gesellschaft für
Krisenmanagement (DGfKM) e.V.

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DVFA-Rating-Standards sollen
die Krisendiagnose vereinfachen

von Prof. Dr. Jens Leker

Unternehmensratings als Basis für die Krisendiagnose

Die dynamische Entwicklung der internationalen Finanzmärkte und die Diskussion um das zweite Konsultationspapier des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht haben die Nachfrage nach einheitlichen Konzepten zur Krisendiagnose von Unternehmen stark ansteigen lassen. Vergleichbare, prägnante Aussagen zur Beurteilung von Unternehmen werden zumeist in sogenannten "Unternehmensratings" formuliert. Neben den internen Ratingsystemen der Banken hält auch der Markt vielfältige Ratingdienstleistungen bereit.

Um einen Vergleich und eine Bewertung der verschiedenen Ratingverfahren zu ermöglichen, hat die Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) im September 2000 eine entsprechende Kommission eingerichtet. Die von der Kommission entwickelten "DVFA-Rating-Standards" definieren einen Katalog von notwendigen Informationen aus Ratingsystemen, mit denen die Finanzmarktteilnehmer eine verlässliche Evaluierung bestehenden Ratingsysteme vornehmen können.

DVFA-Rating-Kommission als Kommunikationsplattform
für die Teilnehmer am Ratingprozess

Die DVFA-Rating-Kommission versteht sich als Kommunikationsplattform für alle am Ratingprozess beteiligten Finanzmarktakteure sowie für die interessierte Öffentlichkeit. Mitglieder der Kommission sind Vertreter von verschiedenen Ratingagenturen, Kreditinstituten, Investmentgesellschaften, Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, Beratungsunternehmen und Hochschulen. Zum Vorsitzenden der Kommission wurde Professor Dr. Jens Leker von der Universität Münster (Mit-Herausgeber des Krisennavigators) gewählt. Die relevanten Themenfelder des Ratings werden in vier Arbeitsgruppen erörtert:

  • Grundsatzfragen
    (Leitung: Dr. Harald Krehl von der DATEV eG)
  • Input
    (Leitung: Dieter Pape von der URA Unternehmens Ratingagentur AG)
  • Throughput
    (Leitung: Professor Dr. Heinrich Rommelfanger von der Universität Frankfurt am Main)
  • Output
    (Leitung: Professor Dr. Dr. h.c. Jörg Baetge von der Universität Münster)

Thesen der DVFA-Rating-Kommission
für "bessere" Unternehmensratings

Als ein erstes Ergebnis ihrer Arbeit hat die DVFA-Rating-Kommission die folgenden Thesen zur Optimierung von Unternehmensratings formuliert:

  • Ratinganalysten müssen vom gerateten Unternehmen unabhängig sein.
  • Die Informationsbasis für ein Ratingurteil ist vom Ratingunternehmen zu spezifizieren. Insbesondere ist offenzulegen, welche Arten von Informationen zu einem Urteil verdichtet werden und wie die Datenerhebung erfolgte.
  • Die Methoden, mit denen die Informationen zu einem Ratingurteil verdichtet werden, sind vom Ratingunternehmen für die Marktteilnehmer verständlich zu kommunizieren.
  • Das Ratingergebnis ist auf einer Ratingskala abzubilden. Die Umrechnung der individuellen Skala auf eine allgemein anerkannte (Master)Skala ist aus Gründen der Vergleichbarkeit anzugeben.
  • Die Aktualität des Ratingurteils ist durch die Ratingunternehmen zu gewährleisten.

Autor

Prof. Dr. Jens Leker
Institut für betriebswirtschaftliches Management
im Fachbereich Chemie und Pharmazie
Westfälische Wilhelms-Universität
Leonardo Campus 1
D-48149 Münster
Telefon: +49 (0)251 83 318 10
Telefax: +49 (0)251 83 318 18
Internet: www.wirtschaftschemie.de
E-Mail: leker(at)krisennavigator.de

Erstveröffentlichung im Krisennavigator (ISSN 1619-2389):
5. Jahrgang (2002), Ausgabe 4 (April)


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